Grundsätzliches Verbot des Einsatzes von Laubbläsern und Laubsaugern in Wohngebieten, auf Friedhöfen, sowie zur Straßen- und Gehwegreinigung

Antrag:

Städtische Ämter und Betriebe der Stadt Stuttgart verwenden künftig keine Laubbläser und Laubsauger mit Verbrennungsmotoren mehr in Wohn- und Mischgebieten, desgleichen grundsätzlich nicht mehr zur Straßen- und Gehwegreinigung und insbesondere auch nicht mehr auf Friedhöfen.
Vertragsfirmen werden nur beauftragt, wenn sichergestellt ist, dass diese entsprechend
auf den Einsatz solcher Geräte verzichten.
Gleichzeitig wird die Stadt Stuttgart ersucht, gegenüber dem Land Baden-Württemberg Voraussetzungen für ein generelles Verbot der Verwendung von Laubbläsern mit Verbrennungsmotoren in Wohn- und Mischgebieten, zur Straßen- und Gehwegreinigung zu schaffen.

Begründung:

Die gesundheits-, umwelt- und klimaschädlichen Auswirkungen dieser Maschinen,
die den guten alten Straßenbesen oder einen Rechen ersetzen sollten, sind hinlänglich bekannt und in Zeiten des Klimawandels, der Feinstaub- und allgemeinen Luftschadstoffbelastung, in denen händeringend nach Möglichkeiten der Minderung gesucht wird, nicht mehr vertretbar. Nach Feststellung des Umweltbundesamtes können
„Laubsauger und -bläser im Betrieb zwischen 90 und 120 Dezibel laut werden.
Damit sind sie ungefähr so laut wie eine Kettensäge oder ein Presslufthammer.
Lärm macht krank – deshalb dürfen Laubbläser in Wohngebieten wochentags nur zwischen
9 und 13 Uhr und zwischen 15 und 17 Uhr, an Sonn- und Feiertagen gar nicht benutzt werden. Geräte mit Verbrennungsmotor erzeugen darüber hinaus Luftschadstoffe, die bei den meisten Laubsaugern und -bläsern sogar ungefiltert in die Umgebung geblasen werden.
Auch am Boden und im Laub befindliche Mikroben, Pilze, Unrat und Tierkot werden durch Laubbläser fein in der Luft verteilt. Besonders für die Benutzer, aber auch für Umstehende ist dies gesundheitlich bedenklich.“
Die Laubsauger stören das ökologische Gleichgewicht noch empfindlicher, weil sie Mikroorganismen töten und Kleintiere wegsaugen: Insekten, Spinnen, Schnecken, Kröten, junge Igel, die unterm Laub Schutz suchen.

Das Ökosystem Boden wird nachhaltig geschädigt, wenn man über viele Jahre die Oberschicht absaugt und die Versorgung mit Biomasse unterbricht. Dies ist ein Verstoß gegen den Paragraf 1 des Bundesbodenschutzgesetztes. Dieser Paragraf 1 fordert, dass Boden nachhaltig geschützt werden muss.

Laubsauger und Laubbläser mit Zweitaktmotoren stoßen nach Angaben des Umweltbundesamtes 270 Gramm unverbrannte Kohlenwasserstoffe aus – 200 Mal so viel wie ein Auto mit Katalysator.
Die zwischenzeitlich als Ersatz eingeführten, elektrisch betriebenen Laubsauger sind zwar etwas leiser, verhindern aber nicht, dass auch bei deren Einsatz auf Straßen und Wegen Feinstaub mit Dieselruß und Reifen Abrieb aufgewirbelt wird, also krebserregende, schädliche Substanzen, die von den Menschen eingeatmet werden und über die Lungenbläschen ins Blut gelangen.
Insofern sind auch diese Geräte keine Alternative.

Ein generelles Verbot des Einsatzes von Laubbläsern und Laubsaugern ist offensichtlich möglich, wie die österreichische Stadt Graz beweist, die 2013 ein Verbot dieser Geräte einführte, um die hohen Feinstaubwerte in der Region zu senken:
Laubbläser-VO LGBl. Nr. 110/2013

Gesetze und Verordnungen
© Land Steiermark
„Mit der Verordnung des Landeshauptmannes von Steiermark vom 24. Oktober 2013, wird die Stmk. LuftreinhalteVO 2011 geändert und gem. §10 und §15 des IG-L (Anordnung von Maßnahmen; zeitl. und räumliche Beschränkung des Einsatzes von Produkten) ein ganzjähriges Verbot von Laubbläsern und Laubsaugern für das gesamte Stadtgebiet von Graz und Leibnitz sowie im Gemeindegebiet von Kaindorf an der Sulm ausgesprochen.“

Zunächst befürchtete man, mehr Personal in der Stadtreinigung einstellen zu müssen.
Nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ vom 6. Oktober 2017 war das nicht der Fall. Dem ungeachtet ist die Beschäftigung von Menschen, die keine Arbeit mehr finden können im Verhältnis zu dieser schädlichen Alternative durchaus angebracht.

Ansprechpartner*in: Susanne Bödecker, Pablo Alderete, Karl Reif, Oliver Fleig

Link zu entspr. Artikel in der Süddeutschen Zeitung

Unterstützer_in

Mark Pollmann, Dipl.-Geograf / Systemischer Berater
Für seine Vision muss der Mensch seinen Beitrag leisten, damit sie Wirklichkeit werden darf. Ohne diesen Einsatz wäre sie Illusion – und folgte damit dem Prinzip der Selbsttäuschung. Damit unsere Vision die Wirklichkeit beflügelt: WING – denn wählen ist einfach nicht genug!Mark Pollmann, Dipl.-Geograf / Systemischer Berater

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