Stadt- und Raumentwicklung
Aber es ist nicht nur diese Perspektivlosigkeit. Eine solche Politik hat auch nicht zu übersehende Folgeschäden für uns Stadtbewohner. Angefangen mit der unaufhaltsamen Vermehrung der Kfz- und Menschenmassen durch die gewollte Vergrößerung der Einzugsbereiche und den damit verbundenen ökologischen Folgen (Feinstaub, CO2, Stickoxide, Lärm). Fortgesetzt mit den Folgen für das Stadtklima durch immer größere Baumassen und weitere Flächenversiegelungen (Wärmestress, Schädigung der thermischen Stadtentlüftung, Grundwasserabsenkung), bis hin zu den ökonomischen Folgen: dem Anheizen des Immobilien- und Bodenmarkts (Standortwettbewerb), dem Ausverkauf immer größerer Teile des öffentlichen Stadtkörpers für Interessen privater Nutzer, und den Folgen für die örtliche Wirtschaftsund Beschäftigungs-, sowie die Stadtstruktur (Monostrukturen und Monofunktionen) und, und, und. Eine Negativfolgenkette, die wir hier nicht bis zum Ende durch deklinieren können.
Vor uns steht also ein gewaltiger Umbau- und Umnutzungsprozess des gesamten Stadtkörpers und seiner Strukturen.
Es muss Schluss sein mit der in Rathaus, Stadtverwaltung und Gemeinderat fest etablierten Praxis der Bevorzugung von Investoren, den “Ausmauscheleien” hinter verschlossenen Türen zu deren Gunsten und den nichtöffentlichen Entscheidungen (siehe Da Vinci-Projekt, Quartier- S und Fernomnibusbahnhof in Vaihingen). In Zukunft sind alle Planungs-, Zielfindungs- und Entscheidungsprozesse (auch die bereits auf den Weg gebrachten) öffentlich unter gleichberechtigter Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger zu hinterfragen, abzuarbeiten, gegebenenfalls abzuändern und zu entscheiden. Unser Motto lautet: “Stadtplanung muss öffentlich sein”.
