SÖS-Liste aufgestellt!
11. März 2009, verfasst von Hannes Rockenbauch
Abgelegt unter: Leitartikel
Am Mittwoch, den 4. März, hat das “Parteifreie Bündnis Stuttgart ökologisch sozial (SÖS)” seine KandidatInnen für die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 vorgestellt.
In nur zwei Stunden waren die 60 Kandidaten und 8 Nachrücker gewählt. Unter die 60 Kandidaten wurden eine bunte Mischung von 30 Frauen und 30 Männer gewählt.

Hier die ersten 15 Plätze ohne Gangolf Stocker (Platz3) und Babara Hummel (Platz4)
Mehr Informationen zu den Kandidaten finden sie hier!
Pressemitteilung 09.03.2009
Heute hat das „Parteifreie Bündnis Stuttgart ökologisch sozial (SÖS)“ seine KandidatInnen für die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 vorgestellt. SÖS ist ein Bündnis von Menschen, nicht von Parteien und nicht von Organisationen, auch wenn die KandidatInnen in Organisationen Mitglied sind und der eine oder die andere auch Mitglied einer Partei. Dies macht den besonderen Charakter des „Parteifreie Bündnis Stuttgart ökologisch sozial (SÖS)“ aus, dass nämlich über die Interessen einzelner Bürgerinitiativen hinaus das Ziel einer nachhaltigen und sozial gerechten Kommune verfolgt wird.
Spitzenkandidat Hannes Rockenbauch, seit 5 Jahren Gemeinderat, betonte dabei die ersten zwei Säulen von SÖS, auf die man sich – in Kontinuität zu den letzten fünf Jahren – verständigt habe, nämlich dem Prinzip der Nachhaltigkeit und dem Prinzip der sozialen Gerechtigkeit. „Im Grund genommen“, so Rockenbauch, „sind dies zwei Seiten derselben Medaille“. So sei zum Beispiel das Ziel einer auf 100 Prozent erneuerbaren Energie beruhenden „Solarregion Stuttgart“ in vielen Bereichen sofort umsetzbar und somit das beste Konjunkturprogramm für die wirtschaftliche Zukunft Stuttgarts. Oder die Idee eines kostenlosen Nahverkehrs für alle wäre, wenn sie durch eine Citymaut und von allen Autohaltern in Stuttgart finanziert wird, zugleich ein sozialer wie ökologischer Standortvorteil für alle in Stuttgart.
Allerdings, so Gerhard Wick von der Initiative gegen den geplanten Fernomnibusbahnhof in Vaihingen (igFOB), gehe dies nicht mit der Stuttgarter Rathaus-Nomenklatura. Um dem Ziel einer nachhaltigen Entwicklung für Stuttgart gerecht zu werden, muss die Stadt selbst wieder „Bestimmer“ der städtebaulichen Entwicklung werden und nicht – wie seit Jahrzehnten – die Investoren.
Das gehe nur mit wirklicher, direkter Demokratie, mit Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger, und dies, so Gerhard Wick, ist die dritte Säule des Parteifreien Bündnisses SÖS. Die bei den Bürgerinnen vorhandene Kompetenz verdiene es, ernst genommen zu werden.
Maria-Lina Kotelmann, Fachdozentin für BWL, VWL und EDV will sich im Gemeinderat für eine bessere Ausstattung der Schulen und das Arbeiten mit modernen pädagogischen Konzepten, die im Normschulbetrieb nicht angewendet werden, einsetzen. Darunter versteht sie ein von den Schülern weitgehend selbstgesteuertes aber betreutes Lernen. Gesundes kostenloses Schulessen sowie diverse sportliche Aktivitäten sollten eine Selbstverständlichkeit sein. „Körperliche und geistige Fitness gehören zusammen, sind die Voraussetzungen erfolgreichen Lernens“, sagt Kotelmann. Dazu müssen von der Stadt finanzierte Pilotschulen eingerichtet und engagiertes Personal eingestellt werden. „Kinder sind unsere Zukunft. Deswegen müssen wir in Kindergärten und Schulen investieren und nicht in Stuttgart21“ so Kotelmann.
Doris Hensinger von der Mobilfunkinitiative West ergänzt, dass die Nutzung von Handys an den Schulen dringend geregelt werden müsse. „Handys und WLAN an den Schulen gefährden die Gesundheit, das Lern- und das Sozialverhalten der Schüler“, so Hensinger. Auch müsse die Stadt– gerade nach der erneuten Niederlage vor Gericht – initiativ werden, damit die Kommunen wieder die Hoheit über die Bauplanung von Mobilfunkmasten zurück erhalten. Und, so Hensinger, die Strahlenbelastung muss durch eine integrierte Netzplanung gesenkt werden.
Ursel Renner, Beschäftigte in der Automobilzulieferindustrie, macht sich – wie ihre KollegInnen – große Sorgen um die Zukunft der Arbeitsplätze. Angesichts der Umweltbelastung und angesichts der schwindenden Ölvorräte hält sie es für dringend geboten, die Abhängigkeit der Region Stuttgart von der Automobilproduktion zu überwinden und über Produkte und eine Produktion im Sinn von Nachhaltigkeit nachzudenken. Aber, und da legt Ursel Renner großen Wert darauf, das könne nur mit den Beschäftigten zusammen geschehen!
Die formale parlamentarische Demokratie wird in Stuttgart wie eine spanische Wand gehandhabt, hinter dem man uneinsehbare Geschäfte machen kann. Das beste Beispiel ist Stuttgart 21, so Gangolf Stocker, Sprecher der Initiative „Leben in Stuttgart – Kein Stuttgart 21“. Er ist sich sicher, dass die Vorkommnisse um und die Haltung der Gemeinderatsmehrheit zum Bürgerbegehren zu Stuttgart 21 vielen Menschen die Augen geöffnet haben über die verfilzten Verhältnisse in Stuttgart. Dass man seine Interessen selbst vertreten muss, wird immer mehr Einwohnern klar. Stuttgart 21 kann mit den Stimmen für SÖS abgewählt werden, so Stocker.
SÖS will auch die Rekommunalisierung der städtischen Energie- und Wasserversorgung. Dies allerdings will Stadtrat Rockenbauch schon seit fünf Jahren, ohne je Unterstützung von jenen Fraktionen bekommen zu haben, die sich heute als „Wasserretter“ mehr Stimmen bei der Kommunalwahl versprechen. Mit den Plänen, das Kapital der LBBW mit fast einer Milliarde Euro aufzustocken, geht Johannes Rauschenberger hart ins Gericht: Der Wirtschaftprüfer hält dies für unverantwortlich und rät zum kritischen Umgang mit Ratschlägen eines OB, der an vorderster Stelle fast für alle Cross-Border-Leasing-Vertragsabschlüsse verantwortlich war. „Das Geld der Steuerzahler muss zur Sicherung der Daseinsvorsorge, vor allem für die sozial Benachteiligten, und nicht zur Rettung von Banken verwendet werden“, betont Rauschenberger, „deswegen mache sich SÖS seit fünf Jahren für eine Stuttgarter Stadtsparkasse statt einer international spekulierenden Landesbank stark“.
Zu den KandidatInnen Parteifreies Bündnis Stuttgart ökologisch sozial (SÖS)




Luigi sagte am 18. März, 2009 um 1:30 Uhr:
Ich muss sagen: Respekt! Die Liste ist auch ohne meine Kandidatur sehr gelungen
Ich freue mich vor allem darüber dass auf den aussichtsreichen Plätzen 2 und 5, Kandidaten mit einem Migrationshintergrund stehen. Da dieses Jahr die stuttgarter Bewohner_innen mit Migrationshintergrund einen großen Teil der Wählerschaft stellen werden, hoffe ich dass unsere beiden Kandidaten viele Stimmen auf sich vereinen können. Freu mich schon darauf hier Diskussionen zu Fragen der Stuttgarter Migranten_innen zu führen.
Liebe Grüße nach Stuttgart