Vorbereitung der Anhörung zu “Hotel Silber”
9. April 2010, verfasst von SÖS
Abgelegt unter: Anträge und Anfragen
Anfrage vom 09.04.2010 (Nr. 105/2010)
Herr Oberbürgermeister Schuster hat im Ältestenrat und in der Presse angekündigt, eine Anhörung zum Themenkomplex “Hotel Silber” und NS-Dokumentationszentrum durchzuführen. Wir begrüßen das und möchten es unterstützen. Daher stellen wir zur Vorbereitung Fragen und machen Vorschläge:
Unsere Fragen:
- Was setzt sich der Herr Oberbürgermeister als Ziel der Veranstaltung? Was sind die bisherigen Überlegungen zur Durchführung der Veranstaltung?
- Wer übernimmt in der Stadtverwaltung die Federführung?
- Werden die Gemeinderatsfraktionen einbezogen in die Vorbereitung der Veranstaltung?
- Ist vorgesehen, die Erfahrung anderer Städte, die ein NS-Dokumentationszentrum haben oder vorbereiten, vorzustellen (z.B. Köln, Nürnberg, München)?
- Wie werden die Initiativen, die teils seit 25 Jahren Erinnerungsarbeit leisten, einbezogen?
- Wer soll Rederecht haben, wer darf Fragen stellen? Wie wird die Öffentlichkeit einbezogen?
Wir regen an, dass dazu ein Gespräch des Herrn Oberbürgermeisters, des / der Federführenden und der Fraktionen stattfindet.
Angesichts des Standes der Bauplanung bitten wir um eine baldige Antwort.
Ulrike Küstler Hannes Rockenbauch




SÖS sagte am 22. Juni, 2010 um 23:41 Uhr:
Beantwortung zur Anfrage (15.06.2010)
“Zu Frage 1
Das geplante Hearing hat folgende Ziele:
· Einen Überblick über die vorhandenen Gedenkorte und Aktivitäten in Stuttgart zu geben
· Die Positionen zum Thema Bedeutung der Bausubstanz in der Dorotheenstr. 10 darzustellen
· Erfahrungen aus anderen Städten zu nutzen
· Benennung der Desiderate einer nachhaltigen Vermittlung des Themas an kommende Generationen in Stuttgart
Die Ergebnisse des Hearings bilden die Grundlage für die Aufgabenschwerpunkte eines zu gründenden Arbeitskreises und die Anforderungen der Stadt an einen vom Land Baden-Württemberg am Ort Dorotheenstr. 10 zu schaffenden Gedenk- und Informationsort.
Zu Frage 2
Die Federführung des Hearings liegt beim Kulturamt
Zu Frage 3
Das Konzept wurde mit den kulturpolitischen Sprechern der Gemeinderatsfraktionen Ende April besprochen. Änderungswünsche wurden soweit als möglich berücksichtigt.
Zu Frage 4
Es ist geplant, einen Überblick zu den bestehenden NS-Dokumentationszentren in Köln (EL-DE Haus), Nürnberg (Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände), Berlin (Topographie des Terrors mit neuem Dokumentationszentrum) und dem geplanten NS-Dokumentationszentrum in München zu geben. Darüber hinaus sollte die Planung für die künstlerisch gestaltete Gedenkstätte am Neubau der Europäischen Zentralbank in Frankfurt dargestellt werden.
Zu Frage 5
Verschiedene Initiativen, die sich mit der Zeit Stuttgarts während des Nationalsozialismus befassen, sind für Statements vorgesehen.
Es sollen u. a. angesprochen werden:
· Initiative Lern- und Gedenkort Hotel Silber
· Jugendhausgesellschaft Stuttgart
· Stadtjugendring
· Lehrer/in einer Stuttgarter Schule
· Stiftung Geissstrasse 7
· Landeszentrale für politische Bildung
Zu Frage 6
Eine abschließende Diskussion wird grundsätzlich angestrebt. Wie diese organisiert werden kann, ist noch zu klären.”
Quelle: stuttgart.de