parkschuetzer.deparkschuetzer.de
 

Galeria Ventuno – Theorie und Praxis 

26. April 2009, Verfasser: Kurt Henzler
Abgelegt unter: Kandidaten-Blog

Die jetzt am Beispiel der Galeria Ventuno wieder aufflammende Diskussion um die Bebauung des sogenannten A1-Geländes hinter dem Hauptbahnhof (derzeitiger Bestand Banken) zwingt förmlich dazu, dieses Thema nochmals grundsätzlich zu behandeln.

1. Die Theorie

Auf neu zu bebauenden Geländen liegt die alleinige Planungshoheit bei der Stadt Stuttgart. Kein Grundstückseigentümer hat einen Anspruch auf eine Planung mit dem Ziel höchstmöglicher Erlöse beim Grundstücksverkauf.

2. Die Praxis

Das A1-Gelände gehört der Bahn. Ihr den Grundstücksverkauf zu möglichst hohen Preisen zu ermöglichen, war dominierendes Ziel der Bebauungsplanung – schließlich muss mit diesen Erlösen zu erheblichen Teilen Stuttgart21 finanziert werden. Also entstand ein entsprechender – weit überwiegend kommerzielle Nutzungen vorsehender – Bebauungsplan und wurde von der Mehrheit des Gemeinderats durchgewinkt.

3. Das Ergebnis

Wie das Resultat dieser Planung aussieht, kann am vorhandenen Gebäudebestand “bewundert” werden. Der Rest wird nicht mehr als eine Multiplikation dieser Scheußlichkeiten sein – mit der Bibliothek des 21. Jahrhunderts als dort eher sinnlosem Solitär. Wohnungen waren von vornherein nur mit bescheidenen Anteilen vorgesehen – inzwischen haben die interessierten Investoren die Wohnungszahl noch weiter reduziert. Allerdings: Wer wollte überhaupt in dieser leblosen Betonwüste wohnen?

4. Die Alternative

Die Erhaltung des Kopfbahnhofs würde für diese Grundstücke (jetzt natürlich allenfalls auf den restlichen freien Flächen) eine völlig andere Planung ermöglichen: Es muss kein hoher Grundstückserlös erzielt werden, so dass sich die Planung an den Interessen der Menschen (nicht des Kapitals) orientieren kann. Nur so können lebenswerte, vielfältige Stadtteile mit einer sinnvollen Verbindung von Wohnen, Arbeiten und Leben entstehen (gutes Beispiel: der Stuttgarter Westen).

5. Das Fazit

Was auf dem A1-Gelände günstigstenfalls partiell noch verhindert werden kann, darf bei anderen Vorhaben (Da-Vinci-Projekt und Quartier S) erst gar nicht planerisch entstehen. In beiden Fällen bieten sich die Flächen – wenn schon eine Neugestaltung angestrebt wird – in großen Teilen hervorragend für innerstädtisches Wohnen an. Einkaufsmöglichkeiten und Büros haben wir mehr als genug – notwendig ist bezahlbarer Wohnraum. Nur so entstehen dauerhaft lebenswerte Stadtbezirke. Was muss geschehen? Die Kommunalwahl am 7. Juni bietet die Chance, die Stuttgart21-Parteien CDU, FDP, Freie Wähler und SPD abzuwählen und die an den Lebensinteressen der Bürgerinnen und Bürger orientierte SÖS zu stärken.

Freie Wähler – Wahlkampf bürgernah? 

26. April 2009, Verfasser: Kurt Henzler
Abgelegt unter: Kandidaten-Blog

Wie berichtet doch die Stuttgarter Zeitung zum Wahlkampf der Freien Wähler:

Kein Bier ohne Schnaps, Stuttgart21 für mehr LKW (Leberkäswecken) und Brezeln. In der Stadt der Gastronomie und der Feste braucht’s dann logischerweise einen “Wirtschafts”wegeplan: Adler 300 m links, Löwen 600 m rechts usw. Da man in dem Zustand zweirädrig nicht mehr fahren kann, soll auf den Radwegeplan verzichtet werden.

Hoffentlich habe ich das jetzt auch alles richtig verstanden.

 
  • Seite 3 von 3
  • <
  • 1
  • 2
  • 3
riot-worried riot-worried