ZOB muss bleiben – FOB verhindern!
15. Januar 2009, Verfasser: Hannes Rockenbauch
Abgelegt unter: Leitartikel
Klar ist, dass alle StuttgarterInnen unter der Unbelehrbarkeit mit der die Gemeinderatsmehrheit an Stuttgart21 festhält, leiden werden. Am Beispiel des geplanten Fern-Omnibus-Bahnhof (FOB) in Vaihingen wird jetzt endlich verständlich, was die Politiker wohl meinen, wenn sie von einem Synergieprojekt Stuttgart21 reden.

Doch der Reihe nach: Durch den Tunnelwahnsinn im Talkessel muss der zentrale Omnibus-Bahnhof (ZOB) verlegt werden. Laut Gemeinderatsmehrheit kommt als Ersatzgelände nur eine Brache am Vaihinger Bahnhof in Frage. Dass in Zukunft Stuttgarts zentraler Busknoten nicht mehr zentral in der Innenstadt liegt, scheint sie dabei nicht zu stören.
Kurzerhand wird der ZOB einfach in Fern-Omnibus-Bahnhof umbenannt. Zum Glück regt sich in Vaihingen seit einem Jahr massiver Bürgerprotest.
Doch die Bürgerinitiative igFOB, die sich frech gegen diesen wahnwitzigen Kolateralschaden von Stuttgart21 wehrt stößt bei den Kommunalpolitikern auf wenig Verständnis.
Wer sich jetzt fragt, wo die Synergie steckt, der wird beim Grundstückseigentümer und Projektentwickler, der Aurelis Real Estate GmbH & Co KG (im Besitz von Hochtief) fündig.
Denn diese erfreut sich plötzlich an super Vermarktungschancen ihrer Brachfläche. Selbst wenn die sonst so kooperativen Stadträte den Bebauungsplan noch gar nicht verabschiedet haben, ist für Aurelis schon klar, was auf der Brache neben dem FOB noch alles entstehen soll: 16 000 qm Bürofläche, 3000 qm Handel, so wie für Stuttgart üblich ein Hotel mit 6500 qm. An Wohnungen hat mal wieder niemand gedacht. Dafür hat Aurelis schon ein tolles Bild für eine großspurigen Werbeoffensive.
Bei soviel Synergie kann man nur wünschen, dass die Vaihinger BürgerInnen weiter herzhaft Widerstand gegen den FOB leisten, dabei haben sie auf jeden Fall die volle Unterstützung von SÖS sicher!
Wagnis Wagenhallen?
18. Dezember 2008, Verfasser: Hannes Rockenbauch
Abgelegt unter: Leitartikel

Längst haben sich die Wagenhallen als außergewöhnlicher Ort für Kunst und Kultur in Stuttgart etabliert. Egal ob Künstlern, jungen Architekten oder Kultur-Schaffenden, die Wagenhallen sind durch ihre Vielfalt und Lebendigkeit zu einer Oase geworden, in mitten einer sonst glatt gekämmten und kommerzialisierten Stuttgarter Kulturlandschaft. In der einzigartigen Atmosphäre der hundert Jahre alten Fabrikhallen, lässt sich neben Kunst und Kultur auch mal ein kühles Bierchen im Sommer genießen. Aber genau damit soll jetzt Schluss sein.
Der Neubau einer Fernwärmeleitung für das geplante Berufschulzentrum stellt nicht nur die Aussengastronomie in Frage, sondern bedroht das Projekt „Wagenhalle“ in seiner Existenz.
Bei der einstimmigen Entscheidung zur Ansiedlung der Berufschule auf dem Nordbahnhofgelände war Stadtrat Rockenbauch der einzige der sich, aus genau diesen Gründne, seiner Stimme enthielt.
Wir können nur Hoffen, dass Verwaltung und Politik den Wert dieses selbst organisierten Kulturbetriebs anerkennen und eine langfristige Zukunftsperspektive garantieren. Doch eins ist sicher: Die Wagenhallen erhalten, und zwar auf Dauer und nicht nur die Gebäude, sondern das gesamte Konzept, heißt Stuttgart 21 verhindern. Dazu hat Hannes jetzt den nötigen Antrag gestellt.
In Zeiten der ökonomischen Krise sind wir von SÖS froh, dass man in Stuttgart auf mehr als nur auf Daimler stolz sein kann! 

Mach mit!
7. Dezember 2008, Verfasser: SÖS
Abgelegt unter: Leitartikel

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