Filmvorführung im SÖS-Treff. für Politik und Kultur: "Beyond the red lines – Systemwandel statt Klimawandel"

Filmvorführung im SÖS-Treff. für Politik und Kultur: „Beyond the red lines – Systemwandel statt Klimawandel“

beyondtheredline_orginal_sizeFoto: cinerebelde.org Lizens: creative commons by-sa

Am 2. März 2017 wurde im SÖS-Treff. für Politik und Kultur der Film „Beyond the Red Lines – Systemwandel statt Klimawandel“ des Medienkollektivs cine rebelde gezeigt.

Susanne Bödecker moderierte den Film an:

“Guten Abend und herzlich willkommen zu unserem 1. Filmabend im SÖS-Treff. für Politik und Kultur: “Jenseits der roten Linien”. Ich bin Susanne Bödecker, bin im parteifreien Bündnis SÖS und da ich ständig den Spagat über der roten Linie übe, hat mich dieser Film besonders angesprochen.

Da sind auf der einen Seite die Bemühungen zur Veränderung im kommunalpolitischen Bereich, auf der anderen Seite der Wunsch und die Einsicht, dass ein sozialer Wandel nur durch die Selbstorganisation der Menschen möglich ist, weil es den wirklich guten Willen der Herrschenden nicht geben soll – nicht geben darf.

„Beyond the red lines – Systemwandel statt Klimawandel“ wurde von einem unabhängigen Medienkollektiv gemacht, das kritische Filme und Dokumentationen im öffentlichen Raum aufführt, um so den Massenmedien andere Realitäten entgegenzusetzen.

Im Film werden drei Initiativen vor und während des Weltklimagipfels 2015 in Paris porträtiert:

  • Menschen, die den Import fossiler Brennstoffe am Hafen von Amsterdam blockieren,
  • Menschen, die 5.000 Kilometer mit dem Fahrrad nach Paris fahren, um überall unterwegs lokalen Initiativen eine gemeinsame Stimme für eine klimagerechte Welt zu verleihen, und
  • Menschen, die in den Rheinischen Braunkohletagebau eindringen und für einen Tag Europas größte CO2-Quelle lahmlegen: Ende Gelände.

Ich freue mich, dass einige Menschen aus dieser Initiative heute unter uns sind. Nach dem Film und einer kurzen Pause werden sie bei der Diskussion noch anwesend sein.

Rote Linien werden gezogen, um nicht überschritten zu werden. Aber es gibt zunehmend Verhältnisse, Zustände, Ursachen, die es quasi zur Pflicht machen, die roten Linien zu überschreiten – weil es dem Leben, dem Überleben der Menschheit dient. Und wer sollte uns daran hindern, sie zu überschreiten?

Ich wünsche uns jetzt einen interessanten und eindrücklichen Film, aus dem jede/r von uns etwas mitnehmen und wachsen lassen kann. Danke.”

20 Menschen ließen sich nun 90 Minuten lang auf den Film und seine Botschaft ein.

Der Film kann hier in niedriger Qualität angeschaut werden (‘runterscrollen):

http://beyondtheredlines.org/de/

Die Reaktion einer Zuschauerin:

Immer wieder schön zu sehen, wie sich Menschen (weltweit) kunterbunt engagieren. Was es für verschiedene Gruppierungen gibt, und mit welchen Aktionen sie sich alle für dasselbe einsetzen: Eine bessere Welt, die auf den Schutz des Planeten und der knappen Ressourcen abzielt, anstatt grenzenloser Ausbeutung aus Profitgier. “

Diskussion: Systemwandel ist für jeden Einzelnen schon jetzt möglich
Bei der anschließenden Diskussion in gemütlicher Runde kreiste alles – wie so oft – um die Frage: Wie motiviert man mehr junge Leute? Angesteckt von der Lebensfreude, der Entschlossen- und Geradlinigkeit, mit der die jungen Menschen im Film agieren, fragen wir uns, warum das unter deutschen Jugendlichen nicht so möglich ist. Natürlich kommt das Gespräch auch gleich auf Stuttgart 21 und darauf, dass wir nicht aus der Begrenztheit des Protests herauskamen und auf einen Systemwandel hingearbeitet haben. Auch der “Umstieg” ist lediglich eine Alternative innerhalb des herrschenden Systems.

Eine Möglichkeit sehen wir in dem, was auch im Film gezeigt wurde: Der Systemwandel ist für jeden Einzelnen im Rahmen seiner Möglichkeiten, für Gleichgesinnte in Ausübung ihrer Visionen, für Gruppen in Form von Vernetzung, gegenseitigem Lernen und Helfen möglich. Jetzt schon, im Kleinen, damit etwas da ist, worauf die Menschen vertrauen und bauen können – wenn der Wandel plötzlich da ist – weil es sich bewährt hat.

“Systemwandel statt Klimawandel” – das geht uns ganz tief ein, das ist es, was wir anstreben. Einige wollen am 30. März bei der Giftstoffdemo ein Plakat mit dieser Aufschrift tragen.

Es wäre gut, wenn wir immer wieder solche Beispiele sehen und hören könnten, damit wir nicht mutlos werden.