Hurra, wir pflegen – NOCH!

Unter diesem Motto lädt das Bündnis „Walk of Care“ am 12. Mai ab 14 Uhr zur Kundgebung auf den Stuttgarter Schlossplatz ein. Am Internationalen Tag der Pflegenden werden der Pflegeberuf und die Pflegenden gefeiert. Richtig so! Denn spätestens seit den Pandemiejahren wissen es Alle: Der Pflegeberuf ist menschheitsrelevant und gute Pflege ist wertvoll. Für SÖS-Pflegexpertin Monika Kneer „hat der Beruf enormes Potential und bietet eine hohe Zukunftssicherheit. Pflege ist eine sinn- und anspruchsvolle Aufgabe. Pflegende geben Unterstützung, sie erhalten Lebensqualität, suchen Lösungen, verhindern Verschlechterung, stellen sich ethischen Fragen, lindern Schmerzen, retten Leben, hören zu, lenken ab, beraten, trösten, machen Mut und das rund um die Uhr. Hurra, wir pflegen aus voller Überzeugung.“   Bittere Tatsachen Dennoch denkt laut einer Umfrage des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe jede dritte Pflegefachkraft darüber nach, den Beruf zu verlassen oder die Arbeitszeit zu reduzieren. Ausbildungsabbrüche nehmen zu: „Bitter ist es allerdings, wenn sich Auszubildende nicht gegen den Beruf, sondern gegen die Arbeitsbedingungen entscheiden, weil sie alleingelassen werden, keine Praxisanleitung erleben und auf eine verbitterte Berufsgruppe treffen, die ihnen vom Pflegeberuf eher abrät“ so Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats. Die Situation in der Pflege ist sehr ernst, der Pflegenotstand eklatant. In 2021 waren 57.000 Stellen unbesetzt; Prognosen gehen von 500.000 fehlenden Pflegefachkräften in den nächsten zehn Jahren aus. SÖS-Bezirksbeirätin Monika Kneer fragt sich: „Wie kann der Trend gedreht werden? Wie können Ausbildungsabbrüche verhindert, Pflegekräfte gehalten und wieder zurückgewonnen werden?“   Wiedereinstieg? Antworten finden sich in der aktuellen Studie der Arbeitnehmerkammer Bremen „Ich pflege wieder, wenn…“.  Für die Studie wurden mehr als 1000 ausgestiegene und Teilzeit-Pflegekräfte aus Bremen danach befragt, was sich ändern müsste, damit sie in die Pflege zurückkehren oder ihr Zeitkontingent erhöhen. Die Ergebnisse der Befragung zeigen eine große Bereitschaft zum Wiedereinstieg und zur Stundenerhöhung. Mehr als 50 % der Teilzeitkräfte würden ihre Arbeitszeit aufstocken und knapp 60 % der ausgestiegenen Pflegekräfte würde unter den für sie passenden Bedingungen in ihren Beruf zurückkehren. Dazu gehören u.a. eine höhere Bezahlung und Tarifbindung, mehr und ausreichend Kolleg*innen sowie mehr Wertschätzung durch Vorgesetzte. Der Geschäftsführer der Arbeitnehmerkammer Bremen meint: „Der Fachkräftemangel in der Pflege scheint vielmehr ein Mangel an Pflegefachkräften zu sein, die unter den derzeitigen Bedingungen bereit sind, in ihrem Beruf zu arbeiten.“   Ausschnitt aus dem Aufruf - zum Vergrößern anklickenMit SÖS gegen Pflexit Um die Situation für Pflegefachkräfte im Klinikum Stuttgart zu verbessern sollen diese eine Arbeitsmarkzulage von 500 EURO erhalten. Einen entsprechenden gemeinsamen Antrag unserer FrAKTION mit PULS berät der Verwaltungsausschuss am kommenden Mittwoch. Ein wichtiger Schritt, doch das Grundproblem ist damit leider längst nicht gelöst. Zudem sorgt der Antrag für Unmut bei den anderen Krankenhäusern in Stuttgart. Deshalb sollte sich die Stadt Stuttgart im Kommunalen Arbeitgeberverband auch für eine generelle Tarifsteigerung für Pflegekräfte einsetzen. SÖS ruft dazu auf, den Walk of Care am 12. Mai zu unterstützen. Der Walk of Care setzt bewusst ein Zeichen gegen den „Pflexit“ und für Wertschätzung gegenüber der professionellen Pflege. Das Bündnis tritt u.a. ein für eine bedarfsgerechte Personalbemessung, eine gerechte Finanzierung des Gesundheitssystems und politische Mitsprache der Gesundheitsberufe. Das Motto: Meckern war gestern, machen ist heute!   Bild: Pascal Giese  
Spendenkonto SÖS: SÖS – Stuttgart ökologisch sozial GLS Gemeinschaftsbank eG IBAN: DE95 4306 0967 0068 9987 00 BIC: GENODEM1GLS
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Unterstützer_in

Hannes Rockenbauch, Stadtrat
Für mich sind die Demokratie­labore und der offene Prozess zur Auswahl unserer Kandidaten_innen das spannendste Demokratie­experiment Stuttgarts.Hannes Rockenbauch, Stadtrat

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