Ostern unterwegs für den Frieden

An Ostern demonstrieren in vielen Städten zahlreiche Menschen für den Frieden. In diesem Jahr stehen die Ostermärsche unter dem Eindruck des Ukrainekrieges:

„Nach über einem Monat Krieg ist das Ausmaß des menschlichen Leids in den Kriegsgebieten nur schwer mit Worten zu fassen. Tausende von Zivilist*innen in der Ukraine sind durch direkte Angriffe getötet oder verletzt worden. Ein Bruch der Haager Landkriegsordnung ist die gezielte Zerstörung der zivilen Infrastruktur, darunter Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen. Zahlreiche ukrainische und russische Soldat*innen mussten bisher sterben,“ beklagt Dr. Jörg Schmid von den Ärzt*innen zur Verhütung des Atomkrieges.

 

Lebenslanges Leiden

Schmid betont, dass der völkerrechtswidrige Krieg eine Vorgeschichte habe, „die auch durch die USA und die NATO mitverantwortet werden muss. Aber dies kann den jetzt begonnen Krieg Russlands niemals rechtfertigen. Deutlich widersprochen hat das Internationale Auschwitz-Komitee auch der Auffassung Putins, es handele sich um einen antifaschistischen Kampf Russlands in der Ukraine.“

Der Psychotherapeut Schmid befürchtet „lebenslange, leidvolle Folgen der Kriegserlebnisse für viele Generationen in Europa“. Gemeinsam mit SÖS fordert Schmid die Öffnung der EU- Außengrenzen für alle Flüchtenden aus der Ukraine. Und zwar unabhängig von Hautfarbe, Identität oder Staatsangehörigkeit und ohne rassistische Zurückweisung.

Auch Kriegsdienstverweigerer aus Russland, Belarus oder der Ukraine müssen als schutzbedürftiger Personenkreis anerkannt werden.

 

Am nuklearen Abgrund

Für Schmid stehen die 15 ukrainischen Atomkraftwerke „unter dem Damoklesschwert einer Kriegseinwirkung mit katastrophalen radioaktiven Auswirkungen für ganz Europa. Hier sind wechselseitige Sicherheitserklärungen der Kriegsparteien und die Einhaltung einer Sicherheitszone ohne militärische Auseinandersetzungen um die Atomkraftwerke notwendig.“

Innerhalb der letzten 60 Jahre hat die Menschheit bereits mehrfach am nuklearen Abgrund eines Atombombeneinsatzes gestanden. Erneut sind jetzt im Ukrainekrieg die Atomwaffen in einen erhöhten Alarmzustand versetzt worden: „Damit droht eine in den Folgen unabsehbare Eskalation, die nicht nur den Tod Tausender, sondern den Tod von Millionen Menschen in Kauf nimmt“, so Schmid.

„Bereits ein Missverständnis, ein Unfall oder ein Kommunikationsversagen kann so innerhalb von Minuten zur weiteren Katastrophe führen. Deshalb müssen alle beteiligten Atommächte, insbesondere die USA und Russland, einen atomaren Ersteinsatz gerade jetzt prinzipiell ausschließen. In einem weiter entgrenzten (atomaren) Konflikt wird die US-Atomwaffen-Kommandozentrale EUCOM in Stuttgart-Vaihingen eines der ersten Angriffsziele sein. Deutschland ist zudem über die nukleare Teilhabe mitverantwortlich für die im Fliegerhorst in Büchel stationierten US-Atombomben.“

Perspektivisch müssen weltweit alle Atomwaffen geächtet und verschrottet werden: „Deutschland soll endlich dem Vertrag für ein Verbot von Atomwaffen beitreten.“

Stoppt die Dynamik des Krieges!

Jörg Schmid und SÖS wollen „die Dynamik des Krieges stoppen.“ Das von Kanzler Scholz eingebrachte 100 Milliarden Euro-Aufrüstungspaket mit der Anschaffung von Atombomben- fähigen F35-Bombern dürfe keinesfalls den Bundestag passieren. Militärische Aufrüstung heize auch die Klimakrise an.

Diesen Forderungen soll mit dem Ostermarsch der Friedensbewegung am Karsamstag in Stuttgart und an anderen Orten Baden-Württembergs Nachdruck verliehen werden.

Jörg Schmid: „Friedenspolitik ist die Einsicht in die gemeinsame, Staaten übergreifende Verantwortung für die Zukunft unseres Planeten – und dafür müssen wir uns als Zivilgesellschaft einsetzen. Die Waffen nieder!“

Kommt zum Ostermarsch in Stuttgart am Karsamstag, den 16.4.22, 12.00 Uhr, Oberer Schlossgarten und zum Tschernobyl-Jahrestag am 26.4.22, 20.00 Uhr, vor dem AKW Neckarwestheim.

 


Spendenkonto SÖS:
SÖS – Stuttgart ökologisch sozial
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