„Was uns bleibt, ist jetzt!“

SÖS-Stadträtin Guntrun Müller-Enßlin ist die kulturpolitische Sprecherin unserer Gemeinderatsfraktion. Sie ist mit Begeisterung in der Stuttgarter Kulturszene unterwegs und hat mehrere Romane und Erzählungen veröffentlicht. Unter dem Pseudonym Ella Cornelsen erscheint am Ostermontag ihr neuer Roman: „Was uns bleibt, ist jetzt!“ 


Hat Vergessen manchmal Vorteile?

Vier ungleiche Geschwister finden nach langer Zeit wieder in ihrem Elternhaus zusammen. Sie müssen sich um ihre demente Mutter kümmern, während der Vater nach einem Sturz im Krankenhaus liegt.

Aus der Sicht von Ida, der zweitjüngsten Tochter, wird über fünf Tage erzählt, die das Geschwisterquartett gemeinsam mit der Mutter im ehemaligen Zuhause, der Villa Fröhlich, verbringt. Alte Familiengeheimnisse drängen ans Licht, die um den Schicksalssommer 1976 kreisen, als in der Familie alles aus den Fugen geriet. Damals war die Mutter zum fünften Mal schwanger, Idas Bruder Severin geriet in schlechte Gesellschaft und ihre Schwester Ate hatte sich in Rico verliebt, einen Jungen, der den Eltern nicht gefiel. Und dann ist da noch das Rätsel um Günter, den behinderten Bruder der Mutter, der 1941 in der Nacht vor einem Euthanasie-Transport auf ungeklärte Weise starb.

Was hat es auf sich mit dem Satz der Mutter „Man muss vergessen können?“ Inwieweit hat Vergessen manchmal seine Vorteile? Ist es möglicherweise im gleichen Maß, wie es ein Defizit ist, auch eine Fähigkeit? Das fragen sich Ida und ihre Geschwister, die in der gemeinsamen Woche zusammenrücken und einander fast wieder so nahe kommen wie in ihrer Kindheit. Nach einer feuchtfröhlichen Halloween-Feier entdeckt Ida am Morgen des 1. November, dass die Mutter verschwunden ist.


Ein Mensch bleibt ein Mensch bleibt ein Mensch, egal ob gesund oder dement.

„Was uns bleibt, ist jetzt“ ist ein Familienroman um Vergessen und Erinnern, es geht um den Zusammenhalt in der Familie angesichts der schweren Herausforderung durch Demenz. Das Thema ist ja mitten in der Gesellschaft angekommen, fast jede und jeder ist inzwischen peripher oder auch sehr unmittelbar betroffen. Guntrun Müller-Enßlin: „Auch meine Familie blieb davon nicht verschont, und so beruht die Idee zu meinem Roman auf persönlichen Erfahrungen. Ich habe erlebt, dass das Leben mit einem dementen Menschen nicht nur schwer und traurig ist. Am Anfang denkt man, man hält es nicht aus, um dann zu erfahren, man hält es aus – auch ein dementer Mensch bleibt ein Mensch bleibt ein Mensch bleibt ein Mensch. Ich habe erlebt, dass die entscheidenden Dinge nicht verloren gehen – die Liebe, die starken Gefühle, der starke Zusammenhalt untereinander werden sogar intensiver, und auch das Lachen bleibt nicht auf der Strecke – davon wollte ich erzählen.“


Und das sind sie, die Fröhlichs mit ihrem entsprechenden Familienprogramm:

 

Maman: Frankreichliebhaberin, früher hauptberuflich Mutter und Hausfrau, fängt an, ihr Gedächtnis zu verlieren, schläft in Kleidern, hat keine Lust zu duschen, kann Saft und Wein immer noch erstaunlich gut unterscheiden und ist eines Morgens spurlos verschwunden.

Paps: oder auch „der Papst“, immer mit einem lateinischen Zitat auf den Lippen, einst Patriarch und Pascha der Familie; heute versorgt er seine demente Frau zuhause, wenn er nicht gerade mit einem Oberschenkelhalsbruch im Krankenhaus liegt.

Ate: die Älteste der vier Geschwister, Malerin, die ihrer Mutter nie verzeihen konnte, dass sie in ihrer Jugendzeit ihre erste große Liebe zerstört hat.

Severin: Mamans Lieblingssohn, Sternekoch, Teilzeit-Veganer, begnadeter Hobby-Gitarrist, der an Halloween wie früher im Irish Pub aufspielt

Vinzenz: „Nesthäkchen“ der Fröhlich-Familie, Lieblingssohn von Paps, Kabarettist mit unerschöpflichem Witzearsenal auf Lager, Single mit Vergangenheit.

Und schließlich Ida, Icherzählerin des Romans: Reiseleiterin, ein Sohn, geschieden, taucht im alten Zuhause tief in die Vergangenheit ein, kommt einem Familiengeheimnis auf die Spur und findet völlig unerwartet die Liebe.

 

Unsere SÖS-Stadträtin und Autorin Guntrun Müller-Enßlin wird ihren neuen Roman auch in unserem SÖS-Treff für Politik und Kultur vorstellen. Den Termin der Lesung werden wir rechtzeitig bekanntgeben. 


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Mark Pollmann, Dipl.-Geograf / Systemischer Berater
Für seine Vision muss der Mensch seinen Beitrag leisten, damit sie Wirklichkeit werden darf. Ohne diesen Einsatz wäre sie Illusion – und folgte damit dem Prinzip der Selbsttäuschung. Damit unsere Vision die Wirklichkeit beflügelt: WING – denn wählen ist einfach nicht genug!Mark Pollmann, Dipl.-Geograf / Systemischer Berater

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