Schilda 21

"Das ist der Fluch der bösen Tat, dass sie fortzeugend Böses muss gebären!" (Schiller: Wallenstein). In Stuttgart ist dies "Stuttgart 21 und seine bösen Folgen". 1995 in einer Hauruckaktion vom Gemeinderat beschlossen, mussten seitdem nicht nur immer wieder Bekenntnisse abgelegt werden, sondern es folgten städtebaulich katastrophale Bebauungspläne, weil damit die zur Finanzierung erforderlichen Grundstückserlöse garantiert werden sollten. Es wurde fast das gesamte Gelände von Stuttgart 21 gekauft für 420 Mio. Euro, um es "unumkehrbar zu machen" (Föll). Und jetzt die Bibliothek, die den "Frequenzbringer" (welch hehre Funktion einer Bibliothek!) machen soll. Und als nächstes dann das Regierungsviertel, weil die Brache ja irgendwie voll werden muss? Ein schönes Ensemble: Banken, Büros und Regierungsviertel. Und in diese städtebauliche Wüste schickt man dann die Leserinnen und Leser zur Bibliothek. Schilda 21!

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Gerhard Wick, Lagerarbeiter
Von Parteien und ihrer Hinterzimmer-Demokratie habe ich genug. Lasst uns unsere Stadt selbst gestalten. Gemeinsam können wir das. Besser als die Karriere-Politiker. Ihr versteht, ich meine dass wir keine andern Herren brauchen, sondern keine.
(b.brecht)
Gerhard Wick, Lagerarbeiter

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