Antrag: Vorstellung und Hervorhebung der Bedeutung des Gartenprojektes des Immanuel-Grözinger Hauses in Stuttgart Rot, Böckinger Straße 5

Wir bitten darum, dass in der nächsten Bezirksbeiratssitzung der Arbeitsanleiter Markus Vordermeier das preisgekrönte Gartenprojekt des Immanuel Grözinger Hauses vorstellt, seine Bedeutung für die Bewohner des Männerwohnheims, die Anwohner, Schulen, Kindergärten und den ganzen Stadtteil Rot veranschaulicht und über das Vorhaben der SWSG berichtet, die auf dem Gelände Wohnraum schaffen will.

Begründung:
Der Bezirksbeirat sollte sich rechtzeitig informieren und Einfluss nehmen können, denn hier sucht ein mehrfach ausgezeichnetes Integrations- und Inklusionsprojekt seinesgleichen und bei aller Anerkennung der Notwendigkeit von Wohnungsbau sollten solche Projekte nicht beschädigt und in ihrer herausragenden Bedeutung für den Stadtteil eingeschränkt werden. Es gibt keinen adäquaten Ersatz für ein Projekt diese Art an anderer Stelle in Stuttgart Rot.

Das Gartenprojekt ermöglicht vielen Männern im IGH einen Wiedereinstieg in das Berufsleben, wichtiger jedoch sind Übung im sozialen Miteinander und die Möglichkeit, eigene Fähigkeiten zu wecken und unter Beweis zu stellen.
Dieses Angebot richtet sich aber nicht nur an die Bewohner, neben 15 Bewohnern des benachbarten Christoph-Ulrich-Hahn-Haus sind auch Bewohner anderer Einrichtungen beschäftigt. Nachbarn nutzen die Möglichkeit, in der Gärtnerei Sozialstunden abzuleisten, ehemalige Bewohner finden hier bezahlte, ehrenamtliche Tätigkeit, ohne die sie oftmals schnell wieder in Versuchung kommen würden, rückfällig zu werden oder zu vereinsamen.

Nachbarn helfen und nehmen gerne Hilfe der Bewohner an, das Nachbarschaftscafé ist Treffpunkt im sozial schwachen Stadtteil geworden. Wer sich Kaffee und Kuchen beim Bäcker nicht leisten kann, kann hier gegen eine Spende seiner Wahl bei Speis und Trank Kontakte pflegen. Dieses Konzept zieht sich auch durch die ganze Gärtnerei. Anstelle für Bioprodukte Geld zu verlangen, geben Nachbarn freiwillige Spenden, oftmals bedanken sie sich mit selbstgebackenen Kuchen im Tausch für frisches Obst.
Neben der Ernst-Abbe-Schule für sehbehinderte Kinder, mit deren Schülern das IGH seit vier Jahren eine wöchentliche Garten-AG auf ihrem Gelände gestaltet, besuchen regelmäßig Schulen aus dem Stadtteil und natürlich Kindergärten den Garten. Die Bewohner pressen frischen Apfelsaft mit den Kindern und schleudern Honig. Man kann an Workshops teilnehmen, es gibt Computerkurse, eine Foto-AG, Tierhaltung, Fahrradwerkstatt. Auch der Einzelhandel in Rot profitiert durch die Projekte. Ein solch bedeutungsvolles, jahrelang gewachsenes Projekt muss unterstützt und geschützt werden.

Ansprechpartnerin: Susanne Bödecker

Unterstützer_in

Luigi Pantisano, Stadtplaner
Mein Engagement bei SÖS gilt der Gestaltung einer solidarischen und sozialen Stadt, in der sich Vielfalt frei entfalten kann und Rassismus keine Chance hat. Wir sind alle Stuttgarter_Innen – unabhängig von Herkunft, sexueller Orientierung und Status.Luigi Pantisano, Stadtplaner

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