Stellen für das JobCenter

Haushaltsantrag vom 29.10.2009 (Nr. 653/2009)

Die Arbeitssituation beim JobCenter muss unbedingt verbessert werden – im Interesse der sogenannten Kundinnen und Kunden und ebenso im Interesse der Beschäftigten. Die Stellenausstattung, wie sie in der Fortschreibung des Geschäftsplans 2009 vom Gemeinderat beschlossen wurde, ist völlig unzureichend. Der Krankenstand, die Überlastungsanzeigen und die Zahl der Langzeitkranken belegen dies. Im JobCenter Süd sind derzeitig von sechs Leistungsgewährer/-innen nur zwei am Arbeitsplatz. Die aktuellen Fallzahlen betragen gegenwärtig für einen Persönlichen Ansprechpartner (PAP) 250 bis 300 und für einen Leistungsgewährer (LG) etwa 300. Die Folge für die Langzeitarbeitslosen: Die Wartezeiten sind übermäßig lang und damit die Wartezeit auf die Auszahlung des Leistungen. Die Qualität der Eingliederungsberatung und damit die Vermittlung in den Arbeitsmarkt oder in geeignete Maßnahmen leidet ebenfalls darunter.

Die weitere Entwicklung erfordert ebenfalls mehr Stellen. Zwar sind die Arbeitslosenzahlen im Oktober in Stuttgart geringfügig gesunken. Die offenen Stellen sind aber leider auf ein Drittel zurückgegangen, mit der Folge immer schlechterer Vermittlungschancen für Arbeitslose.
Für das JobCenter bedeutet dies, dass der starke Anstieg der Arbeitslosenzahlen seit einem Jahr nach Auslaufen von Alg1 Monat für Monat beim JobCenter ankommt. Die Kurzarbeit führt zu höheren Aufstockerzahlen. Es ist zu befürchten, dass nach dem Auslaufen der Kurzarbeit die Arbeitslosigkeit verstärkt wird. Die erwarteten Zugangszahlen für das Frühjahr signalisieren für das JobCenter bereits einen Anstieg der Fallzahlen um 13 Prozent.

Daher beantragen wir:

1. Der Stellenschlüssel für das JobCenter wird so verbessert, dass mindestens
– die im Geschäftsplan angestrebten 1:150 erreicht werden,
– der Stellenschlüssel im Bereich U25 von 1:75 erreicht wird,
– der Stellenschlüssel bei den Leistungsgewährer/-innen von 1:130 erreicht wird.
2. Wir beantragen außerdem, dass die Geschäftsführung sicherstellt, dass die Datenbank „Wissensmanagement“ (Leitfaden für PAPs und LGs) gepflegt wird, damit die Beschäftigten die erforderlichen Daten für die Leistungsgewährung, die Eingliederung und „Aktuelles“ immer sofort zur Verfügung haben. So können auch sinnlose Maßnahmen vermieden werden. Außerdem kann dann die Eingliederungsberatung und -gewährung verbessert werden, so dass lernwillige Langzeitarbeitslose auch entsprechend ihren selbst gesetzten Zielen ausgebildet werden.
3. Die erforderlichen Mittel können für 2010 und 2011 bereit gestellt werden durch eine Umschichtung vom Eingliederungsbudget in das Verwaltungskostenbudget. Stuttgart hat dies bisher immer maßvoll gehandhabt.

SÖS/LINKE

Unterstützer_in

Sabine Schmidt, Heilpraktikerin (Psychotherapie)
Ich bin vom Konzept von SÖS nach wie vor sehr überzeugt. Das Programm ist wirklich zukunfts­orientiert und richtet sich nach den wirklichen Bedürfnissen von Bürgerinnen und Bürgern einer großen Stadt.Sabine Schmidt, Heilpraktikerin (Psychotherapie)

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