Allianz-Deal – Kuhn: „Da konnte ich nicht nein sagen“

Erpressungsversuch

Seine „Vision für Stuttgart“ hat OB Kuhn dem Gemeinderat zur Diskussion auf einer Klausur vorgelegt. Und da steht er wieder: der Satz, mit dem Kuhn schon seine Wahl zum OB gewinnen wollte. „Wir müssen für Stuttgart bauen und nicht einfach der Logik der Investoren folgen.“

In Vaihingen wird sich damit wohl niemand mehr für „grüne“ Politik gewinnen lassen, angesichts der Bereitschaft des OB und der grünen Gemeinderatsfraktion, der Allianz einen Immobiliengewinn von 50-80 Mio Euro auf Kosten der Lebensqualität und Gesundheit nicht nur der Vaihinger Bevölkerung zu bescheren.

Zum Zeitpunkt als die Allianz sich entschied, ihre beiden Stuttgarter Standorte (die sie bereits 2007 für 130 Mio. verkauft hatte) zusammen zu legen und in modernere Büros umzuziehen, standen allein im Vaihinger Gewerbegebiet mindestens drei ausreichend große Areale mit bestehendem Baurecht zur Verfügung. Die Allianz lies diese Gelegenheiten verstreichen, weil diese natürlich etwas gekostet hätten und weil sie hoffte, dass ihr der OB einen zusätzlichen satten Gewinn durch Schaffung von Baurecht auf ihren Sportflächen bescheren würde.

Dass es der Allianz vor allem darum (und weniger um den Erhalt von Arbeitsplätzen) geht, wurde spätestens deutlich, als der Konzern darauf bestand, dass die Gebäudekomplexe jeweils als „autonome Einheiten“ zu gestalten seien, so dass auch eine Weitervermietung oder ein Verkauf möglich ist.

Soll hier also für Stuttgart gebaut werden oder wird da einer Investorenlogik gefolgt? Auf der Einwohnerversammlung rechtfertigte sich OB Kuhn: Nicht er habe der Allianz das Gelände in Vaihingen angeboten, sondern die Allianz sei zu ihm gekommen und habe erklärt, dass sie auf ihrem Sportgelände bauen wolle, ansonsten ins Umland abwandern würde. Da habe er nicht nein sagen können, wegen der Arbeitsplätze und der Gewerbesteuer, welche die Stadt dringend, z.B. für die Schulsanierung benötige.

Nach den Angaben von BM Föll bezahlt die Allianz „in der Regel“ ca. 400.000 – 500.000 Euro Gewerbesteuer an die Stadt. Müsste da ein am Wohl der Stadt und nicht an einer Konzernlogik orientierter Oberbürgermeister nicht folgende Rechnung aufmachen: Für wie viele Jahre muss diese Summe bezahlt werden bis ausgeglichen ist, was die Stadt aufwenden muss, um der Allianz ihr Vorhaben zu ermöglichen und die negativen Auswirkungen zu reparieren? Abriss von neun Wohnungen, erneute Verlagerung des Betriebshofs der AWS, Bereitstellung einer Verkehrsinfrastruktur, Ausgleich von noch nicht absehbaren Umwelt-, Klima- und Gesundheitsschäden durch Abschneiden und Bebauung einer Kaltluftschneise.

Allianz-Artikel für Newsletter.docxFoto Guntram Gerst

Der Widerstand gegen die Allianz-Pläne in Vaihingen geht weiter

Unterstützer_in

Mark Pollmann, Dipl.-Geograf / Systemischer Berater
Für seine Vision muss der Mensch seinen Beitrag leisten, damit sie Wirklichkeit werden darf. Ohne diesen Einsatz wäre sie Illusion – und folgte damit dem Prinzip der Selbsttäuschung. Damit unsere Vision die Wirklichkeit beflügelt: WING – denn wählen ist einfach nicht genug!Mark Pollmann, Dipl.-Geograf / Systemischer Berater

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