Anfrage: Abriss der letzten Zwangsarbeiterbaracke, Zuffenhausen, Strohgäustraße 21

Wir bitten die Stadt Stuttgart um die Beantwortung folgender Fragen:

  1. Wurde von der Fa. Porsche ein Antrag gestellt, dass die Zwangsarbeiterbaracke in der Strohgäustraße 21 in Zuffenhausen abgerissen und beseitigt werden darf?
  2. Wer hat diesen Antrag genehmigt?
  3. Porsche hatte das Gelände, auf dem die Baracken errichtet wurden, nur von der Stadt Stuttgart gemietet.
    Warum wurde von der Stadt Stuttgart nicht spätestens beim Kauf des Geländes durch die Firma Porsche auf die Bedeutung der letzten, noch aus der NS-Zeit erhaltenen, ehemaligen Zwangsarbeiterbaracke in ganz Stuttgart hingewiesen, dieses wichtige geschichtliche Gebäude unter Denkmalschutz gestellt und der Versuch unternommen, es zu erhalten,um so wenigstens einen Ort zu haben, an dem man sich einen Eindruck von dem Schicksal dieser Menschen hätte machen können, die für Porsche Zwangsarbeit leisten mussten und in diesen Nazinormbaracken mit bis zu 100 Leuten zusammengepfercht waren.

Begründung:

In Zuffenhausen existierten Behausungen eigens für Zwangsarbeiter der Firma Porsche, u.a. gab es die Baracke in der Schwieberdinger Straße 130 und eine größere Anlage in der Strohgäustraße 21. 1942 mietete Porsche das 41 Ar umfassende Gelände von der Stadt Stuttgart und der Firma Albert Stahl und ließ darauf 3 „typische NS-Normbaracken zur Unterbringung ausländische Zivilarbeiter“ in einer Entfernung von 500 Metern zur Fa. Porsche errichten. 80 bis 100 Menschen lebten in einer Baracke.

Porsche hat das Gelände inzwischen gekauft und die letzte Baracke, die noch bis vor kurzem stand, abgerissen und beseitigt, um Platz für einen Parkplatz zu haben.
In Stuttgart wurden und werden leider alle Zeugnisse der Zwangsarbeiterunterkünfte Stück für Stück vernichtet. Auch das Hotel Silber, die ehemalige Gestapozentrale, konnte nur durch heftige Proteste vor dem Abriss gerettet werden. Die Baracke in der Strohgäustraße 21 war die allerletzte, noch aus der NS-Zeit erhaltene, ehemalige Zwangsarbeiterbaracke in ganz Stuttgart.

Die Stadt Stuttgart darf sich nicht auf diese Art und Weise seiner Geschichte entledigen.

Ansprechpartnerin: Susanne Bödecker

Unterstützer_in

Dr. Annette Ohme-Reinicke, Dozentin
Der Gemeinderat soll wieder – dazu wurde er eingerichtet – zu einem Ort werden, wo Bürger öffentlich Rat über das Gemeinwohl halten, unabhängig von mehrheits- und machtversessenen Parteipolitikern am Gängelband lokaler Industrien. Denken wir gemeinsam parteifrei weiter: SÖS!Dr. Annette Ohme-Reinicke, Dozentin

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